Das Subharchord
Ein Hybrid-Synthesizer zur Erzeugung subharmonischer Klangstrukturen für Neue Klangkunst

RFZ-Experimentalstudio mit dem Experimentalmodell, hier eingebaut in einen Orgelspieltisch
Foto: RFZ, Dummer – Sammlung Gerhard Steinke
Spiel mit Klangfarben
Den zukunftsweisenden elektronischen Möglichkeiten der Studios für experimentelle bzw. elektroakustische Musik beim Westdeutschen Rundfunks in Köln und beim Südwestfunks in Freiburg sowie der Studios in Warschau, Mailand und Utrecht wollten die Ostdeutschen Toningenieure nicht nachstehen.
Mehr noch, sie „wollten eigene Lösungen suchen, um Komponisten zum Experimentieren zu befähigen, zumal es zu dieser Zeit in Ostdeutschland zwar Tongeneratoren, Trautonium und Melochord gab, aber eben noch keinen Synthesizer“, so Gerhard Steinke, auf dessen Initiative hin nach 1959 dann folgerichtig ein eigener elektronischer Klang- und Geräuscherzeuger „für den Einsatz in den Studios der Rundfunk-, Film- und Fernsehinstitutionen entwickelt werden“ sollte.
Befähigt dazu, schien die Mannschaft des Rundfunk- und Fernsehtechnischen Zentralamt (RFZ) Berlin-Adlershof um den damaligen Laborleiter und späteren Direktor im RFZ, Gerhard Steinke.
Auf seine Initive hin entwickelte ein Labor-Team um Ernst Schreiber einen völlig neuartigen Klangerzeuger, der von seinen Erfindern wegen dessen Eigenschaft, subharmonische Klangstrukturen erzeugen zu können, „Subharchord“ genannt wurde.
[vgl. Interview mit Gerhard Steinke, in: ‚Böhme-Mehner, Creating Sound behind the Wall: Electroacoustic Music in the GDR‘]

1968 noch vehement von der DDR-Fachzeitschrift „radio fernsehen elektonik“ gefeiert, folgt zwei Jahre später das AUS für das Subharchord!
Dokument: Archiv Gerhard Steinke
Anfang 1961 funktionstüchtig, wurde das Subharchord zunächst im Experimentalstudio für Neue Klangkunst beim Rundfunk- und Fernsehtechnischen Zentralamt (RFZ) der Deutschen Post, Berlin-Adlershof, für Produktionen bei Film, Fernsehen und Rundfunk eingesetzt. Diese Erstanwendung für Produktionen erfolgte noch im Zustand als Laborgerät. Aber schon im Folgejahr 1962 wurde dem Synthesizer die äußeren Form eines Orgelspieltisches gegeben.
1963 wurde schließlich ein Prototyp für eine dann ab 1965 gefertigte Kleinserie von 6 Geräten unter der Typenbezeichnung „Subharchord II“ entwickelt. Deren Einsatz erfolgte zunächst im Experimentalstudio des Labors im RFZ, danach im Funkhaus Berlin-Nalepastraße, ferner in dem Dresdner DEFA-Trickfilmstudio, beim Norwegischen Rundfunk Oslo sowie in tschechischen bzw. slowakischen Studios in Prag und Bratislava.
Eine spezielle weiterentwickelte Ausführung als autarkes Konzertinstrument war zu späterem Zeitpunkt vorgesehen. Diese Weiterentwicklung des Instruments musste jedoch ab 1970 aus „musikpolitischen Gründen in der DDR“ eingestellt werden.
Impressionen von den Subharchord-Standorten in Berlin und Trondheim
Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm „Das Subharchord“ von Ina Pillat.
Pilot of the upcoming documentary directed by Ina Pillat. Produced by True Fiction AS, Norway
Kapitelübersicht
Diese für rundfunkschaetze.de verfasste Kurzcharakteristik des Subharchords ist eine autorisierte Version der Subharchord-Team-Mitarbeiter Gerhard Steinke, Wolfgang Hoeg, Klaus Bechstein, Jürgen Meinel, Dr. Peter Fürst, Prof. Bernd Wefelmeyer, Georg Geike.
Einige Veröffentlichungen zum Subharchord unter www.subharchord.de stehen nicht in Übereinstimmung mit obiger autorisierter Darstellung und wurden hier nicht mit übernommen.
Verantwortlich für den Inhalt der hier folgenden Web-Seiten: Gerhard Steinke
↑ SEITENANFANG
→ [01] DEFINITION UND HAUPTMERKMAL DES SUBHARCHORDS
Weitere Forschungen des Rundfunk- und Fernsehtechnischen Zentralamtes
→ | Die Dresdner „Freischütz“-Aufnahme der Staatskapelle Dresden von 1951 als „experimenteller Aufnahmebeleg“ [mit VIDEO-Dokumentation] |
Erinnerungen von Gerhard Steinke
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