Die Chronik-Seiten der SEMPEROPER EDITION

Meta Seinemeyer

 

 

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Meta Seinemeyer als Mitglied des Dresdner Solsitenensembles auf einer Autogrammpostkarte

 

 

 

Meta Seinemeyer war erst dreißig Jahre alt, als der Dresdner Generalmusikdirektor Fritz Busch die begabte Sopranistin im Interesse seiner geplanten Verjüngung des Solistenensembles nach Dresden holte und dort künstlerisch weiter förderte.

Die musisch begabte Tochter eines Kriminalkommissars wurde am 5. September 1895 in Berlin geboren und absolvierte das Stern’sche Konservatorium, an dem Nikolaus Rothmühl ihr Gesangslehrer war.

1918 gab Meta Seinemeyer ihr Debüt in der Titelrolle von Offenbachs Operette “Die schöne Helena” am Opernhaus in Berlin-Charlottenburg (der Vorläuferinstitution der heutigen Deutschen Oper Berlin) und gehörte dem Ensemble bis zu ihrem Wechsel an die Dresdner Staatsoper an.

Die Seinemeyer entsprach in ihrem sängerischen Können als “eine deutsche Stimme mit italienischem Klang” (Thomas Voigt) sowie ihrer Bühnenerscheinung genau seinen künstlerischen Vorstellungen und engagierte sie 1925 als Nachfolgerin für die von der Metropolitan Opera abgeworbenen Elisabeth Rethberg.

Mit der lyrisch-dramatischen Stimme der Seinemeyer hatte Fritz Busch die ideale Interpretin für die von ihm initierte Verdi-Renaissance gefunden.

Schon als Gastsolistin hatte die Sopranistin einen nachhaltigen Eindruck beim Dresdner Opernpublikum hinterlassen:
Auf Wunsch von Fritz Busch hatte sie am 29, November 1924 die Partie der Margarete in “Fausts Verdammnis” von Hector Berlioz als “Last-Minute-Ersatz” für die erkrankte Elisa Stünzner übernommen.
Gastweise sang sie anschließend die Agathe im “Freischütz” [13. Januar 1925], die Eva in den “Meistersingern” [17. Januar 1925], die Pamina in der “Zauberflöte” [21. Januar 1925], die Rosalinde in der “Fledermaus” [22. Januar 1925], die Elsa in “Lohengrin” [28. Januar 1925] sowie die Maddalena in der Dresdner Erstaufführung von Giordanos “Andrea Chénier” [31. Januar 1925] .

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Zwei Monate nach dem frühen Tod Meta Seinemeyers würdigte auch die Schallplattenfirma “PARLOPHON” die Dresdner Sopranistin auf dem Titel ihres aktualisierten Kundenkataloges vom Oktober 1929, der mit vielen der von ihr in der Semperoper gesungenen Partien aufwartete.
Dokument: Collection Dr. Jens Uwe Völmecke

Als festes Ensemblemitglied übernahm sie bis zu ihrem frühen Tod 1929 folgende Partien:
Maddalena in “Andrea Chénier” [31.Januar 1925] · Mimi in “La Boheme” · Aida · Tosca · Klingsors Blumenmädchen in “Parsifal” . Sieglinde in Walküre · Desdemona in “Othello” · Pamina in der “Zauberflöte” · Agathe im “Freischütz” · Elsa im “Lohengrin” · Herzogin von Parma in ”Doktor Faust” · Senta im “Fliegenden Holländer” · Saffi im “Zigeunerbaron” · Elisabeth im “Tannhäuser” · Amalia im “Maskenball” · Santuzza in “Cavalleria Rusticana” · Martha im “Evangelimann” · Rosalinde in der “Fledermaus” · Leonora im “Trobadour” · Ariadne · Leonora in “Die Macht des Schicksals” ·  Rosina in “Figaros Hochzeit” [3. Oktober 1926] · Marschallin im “Rosenkavalier” · Fiordiligi in “Cosi fan tutte” · Helena in “Die ägyptische Helena” · Manon in “Manon Lescaut” · Gräfin Ludmilla in “Die Weiberverschwörung” · Margiana in “Der Barbier von Bagdad” · Lisa in “Pique Dame”.

In den Konzerten der Staatskapelle Dresden sang sie die Sopranpartien in Beethovens 9. Sinfonie und in Mozarts “Requiem” sowie Schubert- und Mahler-Lieder.

Die Vorstellung von “Die Macht des Schicksals” am 22. Juni 1929 sagte Meta Seinemeyer aus gesundheitlichen Gründen ab. 
Am 19. August 1929 erlag die grandiose Sängerin dreiunddreißigjährig in Dresden ihrem Blutkrebsleiden.

Nur wenige Stunden vor ihrem Tod hatte sie den Dirigenten Frieder Weissmann geheiratet.

Als Nachfolgerin für Meta Seinemeyer verpflichtete Fritz Busch die junge Sopranistin Maria Cebotari.

 

Dresdner Opernaufführungen mit Meta Seinemeyer

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Meta Seinemeyer auf dem Dresdner Theaterplatz in Höhe des Italienischen Dörfchens.
Das zweistöckige helle Gebäude ist das Hotel Bellevue, in dem die Sopranistin logierte.

  Giordano:  ANDREA CHÉNIER  31. Januar 1925
  Puccini:   TOSCA  6. April 1925
  Wagner:  WALKÜRE  18. April 1925
  Verdi:  OTHELLO  26. April 1925
   Busoni:  DOKTOR FAUST  [Uraufführung]  21. Mai 1925
 Wagner:  TANNHÄUSER  28. Juni 1925
  Verdi: DIE MACHT DES SCHICKSALS   20. März 1926
   Mozart: DIE HOCHZEIT DES FIGARO   3. Oktober 1926
   Mozart:  COSI FAN TUTTE  27. September 1927
   Puccini:  MANON LESCAUT  12. September 1928
   Cornelius:  DER BARBIER VON BAGDAD  17. Dezember 1928
   Tschaikowski: PIQUE DAME  26. Januar 1929

 

 

 

 

 

 



Weitere Sänger der Ära Busch

→  ERNA BERGER
→  MARIA CEBOTARI
  RICHARD TAUBER

 

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