Günter Kurth  Tenor  

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Günter Kurth
© Foto: Andreas Birkigt

 

 

„Er ist gefragt, wird gebraucht: Einer, der nicht durch die untersetzte Gestalt, den Typ auffällt, sondern durch sein Da-Sein, das jede Rolle auf bestimmte einprägsame Grundlinien bringt. Kurth hat in Tragik und Komik etwas komödiantisches“, wie der Opernspezialist Ernst Krause den Tenor beschrieb.

Günter Kurth wurde am 30. Januar 1933 in Chemnitz geboren und erlernte zunächst den Beruf des Reklamemalers, spielte Theater, interessierte sich für Regie und Dramaturgie und sang im Kirchenchor.
Bei einem Gesangswettbewerb gewann er den ersten Preis worauf ihm das Theater Chemnitz Gesangsunterricht vermittelte.
1954 begann er in seiner Heimatstadt als Chorsänger und Regieassistent, ging 1958 an das Kleist-Theater Frankfurt/Oder, wo er als Solist vom Bariton zum Tenor wechselte und stieg 1961 in Magdeburg in das jugendliche Heldentenorfach ein.

1966 wurde er am Leipziger Opernhaus als deutscher und italienischer Heldentenor engagiert und sang die großen Partien wie Florestan, Max, Hoffmann, Kalaf, Radames, Alvaro, Othello später unter der Regie von Joachim Herz und Günter Lohse Wagner als Lohengrin, Loge, Siegmund aber auch Operetten wie Ritter Blaubart.
„Mit seiner im kraftvollen Einsatz noch flexiblen Stimme gelang ihm scheinbar mühelos der Übergang von lyrischer Kantilene zum vor allem die Mittellage stärker belastenden dramatisch-pathetischen Wagner-Stil.“, urteilte Ernst Krause.
1971 wurde ihm der Titel des Kammersängers verliehen.

Ab 1974 gehörte Günter Kurth dem Solistenensemble der Staatsoper Berlin an, wo er zwanzig Jahre lang wirkte. In diesen Jahren wechselte er in das Charakterfach.
Unter Anderem verkörperte er die Rolle des Herodes in „Salome“ unter der Regie von Harry Kupfer mit großem Erfolg.

 

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Einführung in die Leipziger Operninszenierung „Die Verurteilung des Lukullus“ von Paul Dessau. [v.l.n.r.] Siegrid Kehl, Uwe Wand, Günter Kurth [Lukullus], Gert Bahner
© Foto: Helga Wallmüller

 

Gefragt war Günter Kurth auch als Regisseur. So inszenierte er 1978 am Leipziger Opernhaus die Fledermaus von Johann Strauß.
Eine besondere Affinität zog ihn hin zur Wiedergabe der Opernliteratur des 20. Jahrhunderts. So sang er die Hauptpartien in zeitgenössischen Opern, wie „Die Teufel von Loudun“ von Penderecki, „Die Verurteilung des Lukullus“ von Paul Dessau oder „Der Spieler“ von Sergej Prokofjew.
1990 wurde sein Musical „Red Gold“ an der Naturbühne Greifensteine unter seiner Regie uraufgeführt.
Gastspiele führten ihn beispielsweise nach Dresden, Moskau, Budapest, Bukarest, Brno, Łódź, Lissabon, Venedig, Florenz, Tokio, Salzburg, Bergen, Helsinki.
Bis 2003 war er ständiger Gast an der Komischen Oper Berlin, zumal Günter Kurth ein großer Anhänger des Musiktheaters von Walter Felsenstein war.
Kurth liebte besonders die Musik von Mozart, Bach und Beethoven.
Seine Lieblingsrolle war Verdis Lautsprechersymbol-klein-1Othello, die der Sender Leipzig auch mit ihm als dreißigjährigem Sänger aufnahm.
Günter Kurth starb am 04. Oktober 2015 in Leipzig und wurde auf dem Leipziger Südfriedhof begraben.

 

Günter Kurth  Ein Leben auf der Bühne

Fotos von Rudi Seidel, Foto Gaitzsch, Helga Wallmüller, Catrin Kurth sowie aus dem Familienarchiv Kurth

 

Dank

Für die Genehmigung zur Verwendung der Fotos bedanken wir uns bei den Leipziger Theaterfotografen, Helga Wallmüller und Andreas Birkigt. Für die Fachberatung geht unser Dank an den langjährigen Leipziger Operndramaturgen Lothar Wittke.

 

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  GÜNTER KURTH – DER REGISSEUR

 

 

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